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Mit Hut und Hellebarde
Heimatverein belebt die Tradition des Nachtwächters


Seit 2008 hat der Heimatverein Vörden den Nachtwächterrundgang wieder ins Leben gerufen - als touristische Attraktion aber auch als ein Stück lebendige Heimatgeschichte.

Ehrenamtlicher Nachtwächter ist heute Joseph Strieker. Getreu dem geschichtlichen Vorbild ist Strieker mit Sturmlaterne, einem großen Hut zum Wetterschutz und einer Hellebarde zur Abwehr von Gefahren und zum Einreißen von Feuern ausgestattet. Ein großer schützender Umhang aus Bramscher Tuch ist zugleich Standeszeichen.
So ausgestattet führt er Besuchergruppen durch den schönen, historischen Ortskern von Vörden.
Start der Führung ist immer in der Dämmerung. Ein Rundgang dauert ca. 1 Stunde und ist gespickt mit Geschichten und Histörchen. Besichtigt wird u.a. die 150 Jahre alte Kirche - die ehemalige "Stiftsburg". Neben der Kirche steht auch heute noch der alte ehemalige Burgstall, das älteste Gebäude im Landkreis Vechta.
Nach dem Rundgang kann man im Ackerbürgerhaus einen "Nachtwächterteller" mit original "Vördener Deckeltrunk" zu sich nehmen und in gemütlicher Runde den Abend ausklingen lassen.
Die Geschichte des Nachtwächters in Vörden reicht weit zurück. Schon seit dem 15. Jahrhundert leistete man sich in Vörden diesen wichtigen Posten.


Zu dieser Zeit hatte sich um die Burg Vörden ein geschlossener Ortskern gebildet, der das Amt erforderlich machte. Zu den Aufgaben gehörte durch die Straßen und Gassen der Stadt zu gehen und für Ruhe und Ordnung zu sorgen. Er warnte die schlafenden Einwohner nicht nur vor Feuer, sondern bot Schutz vor Feinden und Dieben. er hatte das Recht, verdächtige Personen, die nachts unterwegs waren, anzuhalten, zu befragen und notfalls zu verhaften.
Trotz aller Wachsamkeit konnten die Wächter nicht verhindern, dass Vörden am 29.Dezember 1747 und am 13.November 1842 abbrannte. Am 6.November 1883 beschloss der Rat in der Ortsstaße 8 Straßenlaternen anzubringen. So übernahm ab 1884 der Nachtwächter das Anzünden und Löschen dieser Beleuchtung.
Die Stelle des Nachtwächters wurde in den nächsten Jahren mehrfach neu besetzt. Weil im Jahr 1914 viele Männer zum Militär gezogen wurden, übernahm Wilhelmine Hilbrink als erste Frau den Nachtwächterposten. Etwa zur selben Zeit entfiel das Anzünden und Löschen der Laternen, weil Vörden eine elektrische Straßenbeleuchtung bekam. Am 28.12.1916 beschließt der Rat, um Kosten zu sparen, dass die Beleuchtung nur bis 21 Uhr brennen soll.
Nach dem 1. Weltkrieg wird der Gemeindediener auch mit dem Nachtwächteramt betraut. Wegen allgemeiner Teuerung wird der Posten jedoch am 18.3.1922 abgeschafft.

Wer mehr über die Vördener Geschichte erfahren möchte, kann mit Nachtwächter Joseph Strieker unter Tel: 05495/371 einen Führungstermin vereinbaren.

Der Rundgang ist geeignet für Gruppen zwischen 10 und 30 Personen.
Der Gruppenpreis für eine Führung beträgt 30,- Euro plus (falls gewünscht) die Kosten für Essen und Trinken.